Hurricanes 2020-11-25T13:09:54+00:00

BHT Hurricanes Beachhandball

Hurricanes über Beachhandballdeutschland!

+++ EHF ChampionsCup 2019 – Catania +++

Der Start in das beschauliche UNESCO Städtchen an der Ostküste Siziliens verlief gelinde gesagt eher holprig. In aller Kürze: Mehrere Ehrenrunden über Catania – Zwischenlandung in Palermo – Ansage: alle müssen raus – Plöätzlicher Weiterflug nach Catania – Ankunft im Teamhotel mit sechs Stunden Verspätung! Alle Farben und Nationen wuselten durch das Foyer – Internationaler Beachhandballflair!

Wir warfen uns nach kurzem Bezug der wirklich lobenswert guten Hotelzimmer sofort in die neue Uniform und brachen per Shuttle zur ersten Trainingseinheit im italienischen Sand auf. Diese Trainingseinheit subsummiert dann auch direkt die großartige Atmosphäre zwischen allen Nationen und Teams über die gesamte Woche. Nachdem man sich gemeinsam mit Beach&daGang locker im Sand akklimatisierte kam es im Anschluss zu einem spontanen Shootout gegen unsere neuen Freunde von Hiekka Hauskaa aus den Niederlanden, die direkt davor bereits ein kleines Trainingsspiel gegen die Jungs aus Ungarn absolvierten.

Ende Oktober: Sommer, Sonne, Beachhandball auf Topniveau, direkt am Meer. So konnte es weiter gehen! Oder eben auch nicht. Bis ziemlich genau nach den Finalspielen am Sonntag Nachmittag sollte es der Wettergott nur noch in Ausnahmefällen gut mit uns und dem Champions Cup meinen. Sturm, Regen und Kälte waren nun die Bedingungen, mit denen die Mannschaften am ersten Spieltag konfrontiert wurden. Den Gegner unserer ersten Partie aus der Schweiz freute dies ungemein. Waren die Bedingungen doch wie daheim.

Jedoch auch wir haben jahrelang im bartenbacher Regen an unseren Fähigkeiten mit nassem Spielgerät gearbeitet. Mit einem sensationell starken Auftritt und 20 Punkten über den Kreis, setzten wir direkt ein spielerisches Ausrufezeichen. 2:0 gegen BHV Wasserschloss und mächtig Euphorie im Hurricaneslager. Wir waren im Turnier angekommen. Auf die anschließende Partie gegen Hír-Sat BHC aus Ungarn schauen wir bis heute mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die erste Halbzeit war vermutlich der beste Beachhandball, den wir in der noch jungen Vereinsgeschichte in den Sand gezaubert haben. Abgezockt, ohne Fehler im Angriffsspiel und mit starker Abwehrarbeit schlugen wir die spielstarken Ungarn in Halbzeit eins mit 22:12 – großes Tennis!

In Halbzeit zwei nahm der Regen dann zu und es zeigte sich unsere doch fehlende Erfahrung zunehmend. Während die Ungarn ihr Glück im Spiel über den Shooter und durch einfaches Durchstoßen gesucht haben, bekamen wir zunehmend Probleme mit dem nassen Spielgerät bei Spinshots, Kempas etc. Die Halbzeit ging dann zurecht mit 14:17 an Hír-Sat BHC. Im Shootout hatten wir dann leider einen Fehlwurf mehr als der Gegner und verlieren ein Spiel, in dem wir wie die stärkere Mannschaft ausgesehen haben. Wichtiger war jedoch die Erkenntnis, dass wir uns offenbar nicht verstecken müssen und durchaus sportlich konkurrenzfähig sind. Das sorgte für großes Selbstvertrauen und tut es bis heute.

In der Partie gegen Toyota MHC Dubrava mussten wir dann durch den Monsun. Was für eine Wasserschlacht. Beide Halbzeiten gingen knapp an die Kroaten, ohne dass die Partie sportlich für uns einzuordnen wäre. Unter diesen Bedingungen wurde schlicht um den Sieg gewürfelt. Und die abgezockten Herren aus Kroatien verstanden schneller, dass es nicht mehr um Beachhandball geht, sondern darum überhaupt Treffer zu erzielen. 2:0 Dubrava. Da die Jungs von BHV Wasserschloss jedoch eine Sensationsleistung gegen Hír-Sat BHC ablieferten, war nach kurzer Verwirrung klar: Wir stehen im Viertelfinale!

Im Viertelfinale wartete der spätere Bronzegewinner Tschatcheur by PAUC auf uns und wir mussten viel Lehrgeld bezahlen. Insbesondere in der Abwehr waren wir nicht in der Lage uns auf das temporeiche Spielkonzept der Franzosen einzustellen. Insbesondere Desbonett war mit 19 Punkten für uns nicht zu stoppen. 2:0 Niederlage und Glückwunsch für ein wahnsinnig starkes Turnier! Gegen Hiekka Hauskaa spielten wir dann, bei Gott sei Dank trockenen Bedingungen, eine erneut starke Partie gegen den Turniersieger aus Ismaning. Wieder schafften wir es offensiv sehr wenig

Fehler zu machen und die richtigen Entscheidungen in der Überzahl zu treffen. Mit 2:0 bestätigten wir die bis dahin gute Turnierleistung und qualifizierten uns für das Spiel um Platz 5 auf Court 1!

Am Sonntag auf dem Centre Court gegen den Vorjahreschampion aus Zagreb antreten zu dürfen war für uns bereits zu diesem Zeitpunkt das absolute Highlight des Jahres. Alles was jetzt noch kommen sollte, war das Sahnehäubchen auf einem sportliche großartigen Wochenende.

Am Finalsonntag waren wir dann motiviert bis in die Haarspitzen, den Fans vor Ort und im Livestream einen gebührenden letzten Auftritt zu zeigen. Nachdem wir den ersten Satz noch knapp an BHC Zagreb abgeben mussten, bezwangen wir die europäische Topmannschaft im zweiten Satz knapp und retteten das Spiel in den Shootout – Wahnsinn!

Nachdem jeweils ein Schütze im regulären Shootout scheiterte, gipfelte die Dramatik im K.O.-Shootout und zwei Videobeweisentscheidungen. Leider beide Male gegen uns, weshalb wir uns am Ende hauchdünn geschlagen geben mussten und das Turnier auf einem starken sechsten Platz beendeten.

Die Erfahrungen im sizilianischen Sand haben uns als Mannschaft wachsen lassen und uns sportlich sicher weiter gebracht. Jetzt gilt es diese neuen Erkenntnisse in der kommenden Saison auch im deutschen Sand umzusetzen, um eine ähnlich erfolgreiche Saison zu wiederholen.

Wir danken dem DHB für die bedingungslose Unterstützung im Vorfeld, sowie allen Sponsoren und Gönnern, die für die zwingend notwendige monetäre Unterstützung verantwortlich waren und weiterhin sind.

Ein ganz besonderer Dank geht raus an die deutschen Mannschaften für die großartige Stimmung im deutschen Lager und die bedingungslose Unterstützung – egal wie schlimm das Wetter auf der Tribüne auch war. Wir hatten eine sehr geile Zeit mit euch!

Im Beachhandballjahr 2019 jagte für die BHT Hurricanes ein Highlight das Nächste und die eigenen Erwartungen wurden definitiv übertroffen. Diesen Erfolg gilt es nun zu bestätigen, um sich endgültig im Kreise der deutschen Topteams zu etablieren.

Informationen

Tim Mäußnest
Jannis Reich